T i p s v o m S p o r t a r z t
Die
Verrenkung
des Schultergelenkes
Eigentlich nur ein Reflex: Ein Spieler wird gefoult, versucht jedoch, den Sturz mit den Armen abzufangen. Doch durch diesen Reflex können schlimme Verletzungen auftreten. In erster Linie eine Schulter-Luxation.
Die Schulter-Luxation (Verrenkung) ist eine relativ häufige
Sport-Verletzung. Dazu kommt es meist dann, wenn ein Sportler bei einem Sturz
die Arme anhebt und versucht, damit den Körper abzufangen. Speziell wenn das
Gewicht auf einem Arm lastet und der Arm bei diesem Sturz nach außen gedreht
wird.
Die anteriore Luxation (Verrenkung nach vorn/unten) ist die häufigste Form.
Leider kann es bei Schulterverrenkungen zu weiteren "g e w o h n h e i t s
m ä ß i g e n" Luxationen kommen. Das heißt, diese tritt später relativ
leicht ohne wirkliches Unfallereignis auf.
Der Sportler bringt seine verletzte Schulter sofort nach dem Unfallereignis in
eine Schonhaltung (der Unterarm wird vor dem Bauch festgehalten). Ein starker
Schmerz tritt im gesamten Arm, speziell aber im Schulterbereich auf. Eine
sofortige Behandlung bei einem Arzt ist notwendig.
Diagnose
Bei der ersten Diagnose fällt die oben beschriebene Schonhaltung des Armes sowie eine Unfähigkeit, den Arm im Schultergelenk zu bewegen, auf. Der Oberarmknochen läßt sich oft als eine Verwölbung in der Achselhöhle tasten und dort wo sich eigentlich der Oberarmkopf (in der Gelenkpfanne) befinden sollte, kann häufig die leere Gelenkpfanne getastet werden. Zur genauen Sicherung der Diagnose wird ein Röntgenbild angefertigt.
Behandlung
Meist ist es so, daß die Komplikationen einer
Schulterverrenkung umso geringer sind, je schneller das Gelenk wieder eingerenkt
wird. Ebenfalls ist dann der Heilungsprozeß auch kürzer. Häufig ist es nur möglich,
die Schulter unter Narkose wieder einzurenken.
Nachdem dies geschehen ist, wird der Arm in einem speziellen Verband für zirka
vier bis sechs Wochen am Körper fixiert gehalten. Durch diesen Verband wird der
Gelenkkapsel sowie den Bändern Zeit zur Ausheilung gegeben. Unterbleibt eine
solche Ruhigstellung des Armes, besteht die Gefahr der Kapsel/Bandüberdehnung
sowie einer späteren Gelenkinstabilität. In den letzten Jahren hat sich die
Therapie jedoch ein wenig gewandelt, so daß man heutzutage gerade bei jungen
Sportlern häufig eine frühzeitige operative Stabilisierung durchfuhrt.
Rehabilitation und Rekonvaleszenz
Ganz gleich, ob konservativ oder operativ vorgegangen wird, so sollte nach einer Ruhigstellung des Armes von vier bis sechs Wochen mit einem intensiven Rehabilitationsprogramm begonnen werden, da das Schultergelenk leider dazu neigt, schnell zu versteifen. Das Reha-Programm besteht hauptsächlich aus Bewegungsübungen sowie aus einem speziellen Krafttraining, um das Schultergelenk durch eine gute Muskulatur zusätzlich zu stabilisieren. Im Allgemeinen ist die Sportfähigkeit des Patienten nach zwei bis drei Monaten wieder hergestellt.